1.) kommt es anders,
und 2.) als man denkt.

Porträt von Andreas Kutter

Ich wollte einmal auf die Titelseite aller Zeitungen. Am liebsten als Drummer einer Rockband. Zur Not auch als weltberühmter Künstler.

Es kam etwas anders, aber nicht völlig daneben.

Nach einer Kaufmannslehre, einigen Jahren zwischen Apple, Verlag, Zeitung, Multimedia und Redaktionsgrafik landete ich tatsächlich irgendwann auf der Titelseite: mit einer Infografik zur Bürgermeisterwahl. Nicht ganz Rock’n’Roll, aber immerhin Druckerschwärze, Öffentlichkeit und Gestaltung mit Wirkung.

Über viele Jahre habe ich für andere gestaltet: Zeitungen, Websites, Grafiken, Konzepte, visuelle Lösungen. Irgendwann wurde daraus mein eigenes Atelier für nützliche Kunst. Und parallel dazu lief immer mein eigentliches Grundrauschen weiter: malen, zeichnen, fotografieren, komponieren, spielen, ausprobieren.

Kunst begleitet mich seit meiner Kindheit. Meine Mutter malte, ich sah zu, machte nach, suchte meinen eigenen Weg. Erst mit Tinte und Buntstiften, später mit Acryl auf Leinwand. Weil Leinwände knapp waren, fotografierte ich fertige Bilder ab und übermalte sie wieder. Aus Mangel wurde Methode: nichts war endgültig, alles konnte weitergehen.

Heute arbeite ich fast ausschließlich digital. Das iPad ist meine Leinwand, der Rechner mein Atelier, Musik mein zweiter Pinsel. Meine Bilder entstehen aus Farbe, Rhythmus, Erinnerung, Körpergefühl und innerer Bewegung. Oft abstrakt, manchmal landschaftlich, manchmal wie Gesichter, die aus Flächen auftauchen. Es geht um Zustände, Übergänge, Spuren und den Versuch, in etwas Ungeordnetem einen eigenen Takt zu finden.

Ein wiederkehrendes Motiv ist der Puls: als Rhythmus, als Lebenszeichen, als Struktur. Aus Impuls wird Linie. Aus Linie wird Fläche. Aus Fläche wird Klang. Und manchmal wird aus einem Bild eine Melodie.

Meine Arbeiten erzählen von Lebenslust, Krankheit, Widerstand, Humor, Erschöpfung und dem Wunsch, trotzdem weiterzumachen. Nicht als großes Drama, sondern als ehrliche Bewegung: suchen, scheitern, neu anfangen, weiterzeichnen.

Diese Website ist deshalb weniger Schaufenster als Galerie, Werkstatt und Archiv. Ein Ort für Bilder, Musik und Experimente. Für farbige Landschaften, innere Räume, Gesichter, Linien und Takte.

Nimm dir etwas Zeit. Die Bilder laufen nicht weg. Sie warten nur darauf, gesehen zu werden.